Wolken soweit das Auge reicht - die Cloud als Lösung?

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Egal ob privat oder geschäftlich, heutzutage ist es nahezu unmöglich dem Thema Cloud zu entrinnen. Täglich sind wir bewusst oder unbewusst mit der „Wolke“ in Kontakt. Etwa durch die Datenspeicherung auf Smartphones, die cloudbasierten Streamingdienste für Musik, Filme und Spiele sowie durch Anwendersoftware in einer Cloud, anstatt diese im eigenen Haus zu hosten.

Im Jahr 2020 sind Cloud-Lösungen allgegenwärtig, nicht nur im privaten Gebrauch, sondern vor allem für geschäftliche Anwendungen. Dennoch sollten diese Möglichkeiten kritisch beleuchtet und hinterfragt werden: Ist es wirklich sinnvoll alle Daten in der Cloud zu lagern?

Wie gestaltet sich der Umgang mit sensiblen (Unternehmens-)Daten?

Wer gewährleistet die Datensicherheit? Sind die Kosten gerechtfertigt?

Aber was sind die Vor- und Nachteile von State of the Art Cloud-Lösungen und wie wird Cloud definiert?

 

Was wird unter dem Begriff “Cloud” verstanden?

 

"[P]rinzipiell ist die Cloud aber einfach nur ein Begriff, der ein globales Netzwerk von Servern bezeichnet (…)” (Microsoft, 2020 Quelle: https://azure.microsoft.com/de-de/overview/what-is-the-cloud/ )

Von einer Cloud-Lösung spricht man, wenn Daten, Rechenleistung oder Anwendersoftware nicht über eigene Hardwareressourcen abgearbeitet werden. Stattdessen werden die Ressourcen von Servern und Cloud-Anbietern verwendet, auf die zuvor die Daten über das Internet hochgeladen wurden.

Die Anwendungsbereiche der Cloud-Lösungen haben sich in den letzten Jahren stetig verändert. Zu Beginn wurde die Cloud hauptsächlich als Datenspeicher verwendet. Heute gibt es sehr vielfältige Einsatzbereiche.

Der Trend zu Cloud-Lösungen weist insbesondere in den letzten Monaten einen massiven Anstieg auf. Gerade die in den ersten Monaten des Jahres erzwungene Homeoffice Tätigkeit war für viele Unternehmen in den ersten Wochen organisatorisch eine Herausforderung (siehe den weltweiten Peak Ende März/Anfang April auf Google Trends: https://trends.google.com/trends/explore?q=Cloud ). Viele Schritte wurden durch neue Workarounds ersetzt, die zu zusätzlichen Verzögerungen im Prozess sorgten.

 

Welche Chancen bieten State of the Art Cloud-Lösungen in Zeiten von #homeoffice?

 

Verfügbarkeit - das ist im Grunde genommen das Zauberwort für die Cloud.

Für zahlreiche Unternehmen war Homeoffice Neuland. Zunächst mussten Lösungen entstehen, um den MitarbeiterInnen Zugriff auf Ihre arbeitsrelevanten Daten zu ermöglichen.

Die meist angewandte Methode ist der Zugang mittels Virtual Private Networking – VPN z.B. über Direct Access von Microsoft(https://docs.microsoft.com/de-de/windows-server/remote/remote-access/directaccess/single-server-wizard/install-and-configure-basic-directaccess) etc.

Was passiert hier? Es wird eine direkte Verbindung zu den Unternehmensservern hergestellt, um mit den notwendigen Daten und Programmen, wie vormals im Büro , nun von zuhause aus arbeiten zu können. Dies ist grundsätzlich in der heutigen Zeit keine Hexerei. Es sind dennoch zahlreiche Schritte erforderlich bis eine VPN Verbindung aus dem Homeoffice möglich ist.

Steht eine Anwendersoftware in der Cloud zur Verfügung, dann ist für deren Zugriff lediglich ein Internetzugang notwendig. Gut, das klingt dann doch zu einfach um wahr zu sein. Natürlich sind für den effizienten Einsatz der Cloud-Lösung im Vorfeld ebenso Konfigurationen und Durchführungen notwendig. Aber ist dieser Schritt getan, kann grundsätzlich von überall auf der Welt und mit den notwendigen Zugriffsrechten und Passwörtern auf die Software zugegriffen werden.

Wie sicher sind meine Daten in der Cloud?

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 Die Angst vor Datendiebstahl ist im Cloud-Zeitalter omnipräsent. Doch ist diese Angst berechtigt? Der Angriff auf Unternehmen und deren Daten existierte schon lange vor der Cloud. Die Vergangenheit zeigt, dass die Daten auf den eigenen Servern oder früher in den eigenen Schränken und Büroräumen einfacher abgreifbar waren, als bei einem großen Cloud-Anbieter.

Hand aufs Herz, wie oft sind Sie schon bei einem Ihrer KollegInnen am Schreibtisch gestanden und haben dort ein Post-it mit einer Kombination aus Buchstaben und Zahlen auf dem Bildschirm gesehen? Ob das vielleicht ein Passwort ist? Oder lagen vielleicht ein paar Dokumente auf dem Tisch, die normalerweise gut zu verwahren wären, aber beim Aufruf zur Mittagspause nicht die Zeit war diese noch schnell wegzuräumen? Durch das papierlose Arbeiten sind mittlerweile solche Themen bereits weitestgehend gelöst.

Weiterführender Beitrag zum Thema Cloudsicherheit (englisch): https://www.microsoft.com/security/blog/?p=90102

In vielen Unternehmen liegt der Kernbereich fernab einer organisierten und gut strukturierten Serverlandschaft. Die Wartung, Pflege und Gewährleistung der Sicherheit auf den eigenen Servern bedarf einiges an Arbeit, die dann oftmals durch andere Themen nach hinten priorisiert wird. Frei nach dem Motto: „Never touch a running system“ oder „Es wird schon nichts passieren“.

Genau diese Punkte sprechen aus meiner Sicht für die Cloud. Die Kernkompetenz der Cloud-Anbieter ist die Aktualität und Sicherheit der zur Verfügung gestellten Server zu gewährleisten. Diese Unternehmen befassen sich umfassend mit der Infrastruktur und Datensicherheit. Während Unternehmen, die ihre Daten auf ihren eigenen Servern hosten, dies meist nur nebenbei machen.

Der Kostenfaktor: Cloud ist sicher teurer als eigene Server oder vice versa?

 

Cloud-Lösungen für Unternehmen gibt es wie Sand am Meer. Doch welches Angebot ist für Ihr Unternehmen sinnvoll? Diese fünf Faktoren sollten Sie berücksichtigten:

  • (Rechen-)Leistung der Server
  • Anzahl der Ressourcen, die für eine Anwendersoftware zur Verfügung gestellt werden
  • Anzahl der benötigten Benutzerlizenzen
  • Zeitraum der Nutzung
  • Periodische Möglichkeit zum Up- bzw. Downgrade der Serverleistung

 

Die Einnahmen der Hosting-Partner werden in weiterer Folge dafür verwendet, um die Serverlandschaften zu erweitern und Sicherheit für die Server und deren Daten sicherzustellen.

Um einen validen Kostenvergleich zwischen eigenem Daten- und Leistungshosting bzw. Cloud-Lösungen anzustellen, sollten Sie folgende Kosten berücksichtigen:

 

  • bestehende eigene Ressourcen
  • Server
  • Festplatten
  • Personal zur Instandhaltung, Wartung und Pflege der Hardware

 

Wenn eine Cloud-Lösung zum Einsatz kommt, müssen Sie nicht mehr sämtliche Kapazitäten zum Speichern von Daten selbst im Haus zur Verfügung stellen. Die Kosten für zusätzliche Speicherkapazitäten, Server oder Hardwareteilen sinken dabei auf ein Minimum.

 

Fazit – das spricht doch alles für eine Cloud, oder?

 

Immer verfügbar, Datensicherheit, gepflegte Server und monatlich erweiterbare Kapazitäten. Natürlich hört sich die Cloud in vielen Belangen nach der eierlegenden Wollmilchsau an. Ob die Cloud für Ihr Unternehmen der richtige Weg ist, sollten Sie dennoch individuell entscheiden. Die Voraussetzung ist eine gute Internetverbindung, welche in den Ballungsräumen durchaus gegeben ist. Nichtsdestotrotz begibt man sich mit der Cloud in eine gewisse Abhängigkeit zum Cloud-Anbieter.

 

Um diese Abhängigkeit zu minimieren, noch ein persönlicher Tipp: Sofern Sie sich demnächst für die Cloud – bzw. einen bestimmten – Anbieter entschieden haben, sprechen Sie mit ihm darüber, wie Sie diesen im „Falle eines Falles“ wieder verlassen und Ihre Daten zu einem anderen Partner mitnehmen können. Die professionellen Anbieter bieten dem Kunden entsprechende Wechselmöglichkeiten an.

 

Mein Gefühl, die Erfahrung in unserem Unternehmen und die zahlreichen Rückmeldungen von Kunden sprechen eine eindeutige Sprache – die Zukunft liegt in der Cloud. Digitale Transformation findet gerade überall statt und jedes Unternehmen versucht eine passende Antwort darauf zu finde. Meine Prognose lautet, dass am Ende des Tages die Mehrheit der Unternehmen die Cloud, zu welchen Zweck auch immer, nützt.

 

Zur Person Thomas Manhart

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Thomas Manhart ist seit 2014 im Consulting der NewVision Group tätig. Vorrangig betreut er Kunden aus dem IT- und Projektdienstleistungssektor. Durch sein technisches Know-how gepaart mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen beweist er in Projekten viel Fingerspitzengefühl. 

Privat ist Thomas gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin im Norden von Wien zu Hause. Die Wochenenden genießt er im Garten, welcher in Corona-Zeiten phasenweise auch als Homeoffice dient.

 

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Bilder: (c) pixabay; Eigene Aufnahme

Thomas Manhart 01.10.2020